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10 mm Schot-Leine – Bruchlasttest

Schootlijn wit met blauw merkdraad met een polyester gesponnen mantel

Otto Tromm |

Eine 10-mm-Schottleine klingt nach einem gewöhnlichen Seil – doch was während der Bruchlasttests geschah, war alles andere als gewöhnlich.

Bevor das Seil brach, erzeugte es eine Reihe kleiner Klickgeräusche, die an ein Saiteninstrument erinnerten. Was bedeutet das genau, und was sagt es uns über die tatsächliche Bruchlast?

Die durchschnittliche Bruchlast der Schottleine 10 mm (Spinn-Polyester) beträgt 12,12 kN (1.236 kg), gemessen über 5 Zugversuche auf einer Universalprüfmaschine.

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Weiße Schottleine mit blauer Markierlitze und einem Mantel aus Spinn-Polyester

Um welchen Seiltyp handelt es sich?

Die Schottleine 10 mm besteht aus Spinn-Polyester – gesponnenen Polyesterfasern, die dem Seil eine leicht raue, weiche Textur verleihen. Dies unterscheidet sie von glattem geflochtenem Polyester (Filament-Polyester): Spinn-Polyester hat ein mattes Erscheinungsbild und liegt etwas weicher in der Hand.

Polyester als Material weist eine geringe Wasseraufnahme (ca. 1 %) auf und behält im nassen Zustand mehr als 95 % seiner trockenen Bruchlast.

Es ist UV-beständig, abriebfest und kriecht unter normalen Belastungen nicht. Dies macht es geeignet für Anwendungen, bei denen das Seil regelmäßig der Witterung ausgesetzt ist.

Typische Anwendungen für Schottleinen dieser Stärke umfassen Segeln, Flaggenleinen, Takelung, Hafenarbeit und leichte Hebearbeiten.
Die 10-mm-Stärke wird in der Regel gewählt, wenn neben ausreichender Zugfestigkeit auch ein angenehmer Griff wichtig ist.

Prüfmethode

Die Zugversuche wurden auf einer Universalprüfmaschine mit seilspezifischen Klemmen durchgeführt, die für die Messung von Seilen ohne Spleiß geeignet sind.

Die Prüfgeschwindigkeit betrug 20 mm/s. Es wurden 5 Wiederholungen durchgeführt.

Vor dem Test wurde keine Vorspannung aufgebracht; die Durchhänge wurden manuell entfernt.

Die Ergebnisse wurden als maximale Kraft zum Zeitpunkt des Bruchs aufgezeichnet.

Dies folgt den Vorgaben der Norm ISO 2307:2019

Testergebnisse

Die durchschnittliche Bruchlast über 5 Zugversuche beträgt 12,12 kN (1.236 kg). Der höchste gemessene Wert lag bei 12,43 kN, der niedrigste bei 11,91 kN.

Die Streuung zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Messwert beträgt 0,52 kN – ein relativ enger Bereich, der auf eine gleichmäßige Produktqualität hinweist.

Auffällig während der Tests war das Geräusch, das das Seil vor dem endgültigen Bruch erzeugte. Bevor das Seil vollständig versagte, waren mehrere kleine, unsichtbare Faserbrüche hörbar – ein Klickgeräusch, vergleichbar mit dem Zupfen von Saiten.

In Test 2 wurden diese Klicks bei 10,08 kN, 10,9 kN, 11,12 kN und 11,72 kN aufgezeichnet, während der endgültige Bruch erst bei einer höheren Kraft eintrat.

Dies ist ein bedeutsamer Befund. Bei geschlagenen Seilen erreicht das Seil seine maximale Kraft typischerweise beim ersten hörbaren Faserbruch.

Bei dieser Schottleine aus Spinn-Polyester ist das nicht der Fall: Einzelne Fasern versagen progressiv, aber das Seil als Ganzes trägt die Last weiter, bis alle Fasern kumulativ versagt haben.

Dasselbe Muster wurde zuvor bei den 6-mm- und 8-mm-Versionen dieses Seils beobachtet.

Dies ist ein konstruktionsspezifisches Verhalten von Spinn-Polyester, das bei der Interpretation von Geräuschen unter Belastung in der Praxis relevant ist.

Vergleich mit anderen 10-mm-Seilen

Zum Vergleich: Andere 10-mm-Seile, die zuvor auf derselben Universalprüfmaschine getestet wurden, zeigen folgende Ergebnisse:

  • Composite-Mix (10 mm): 17,37 kN
  • Polypropylen (10 mm): 16,19 kN
  • Schottleine Spinn-Polyester (10 mm): 12,12 kN

Die Schottleine aus Spinn-Polyester erzielt in diesem Vergleich die niedrigste Bruchlast. Das Composite-Seil ist ca. 43 % stärker, das Polypropylen-Seil ca. 34 % stärker.

Dies ist ein relevanter Gesichtspunkt, wenn die Bruchlast die primäre Anforderung ist.

Allerdings: Polypropylen weist eine deutlich geringere UV-Beständigkeit auf und degradiert bei längerem Einsatz im Freien erheblich schneller als Polyester.

Das Composite-Seil ist im Allgemeinen schwerer und steifer.

Für Anwendungen, bei denen Gewicht, ein feines Griffgefühl und Witterungsbeständigkeit wichtiger sind als absolute Zugfestigkeit, bleibt Polyester eine relevante Wahl.

Wann ist dieses Seil am besten geeignet?

Die Schottleine 10 mm Spinn-Polyester eignet sich am besten für Anwendungen, die eine Kombination aus ausreichender Zugfestigkeit, UV-Beständigkeit und angenehmem Handling erfordern.

Konkret:

  • Schoten und Fallen an Freizeitsegelyachten – die Dehneigenschaften von Polyester (10–15 % bei Bruch) bieten eine gewisse Stoßdämpfung; die raue Textur sorgt für Griffigkeit.
  • Flaggenleinen und Takelung – UV-beständig und stabil bei längerem Einsatz im Freien.
  • Hafenarbeit und Festmachen – behält im nassen Zustand mehr als 95 % der Bruchlast; kein Festigkeitsverlust durch Regen oder Meerwasser.
  • Leichte Hebearbeiten – bei einer Nutzlast, die mit einem Sicherheitsfaktor von 5:1 berechnet wird, entsprechen 12,12 kN einer Nutzlast von ca. 2,42 kN (247 kg).

Einschränkungen

Die Schottleine 10 mm Spinn-Polyester ist nicht für alle Anwendungen geeignet. Beachten Sie Folgendes:

  • Hohe Bruchlast erforderlich: Mit einem Durchschnitt von 12,12 kN schneidet dieses Seil schlechter ab als Composite (17,37 kN) oder Polypropylen (16,19 kN) desselben Durchmessers. Für Anwendungen, bei denen jedes kN zählt, sind diese Alternativen stärker.
  • Minimale Dehnung erforderlich: Polyester weist eine Bruchdehnung von 10–15 % auf. Für Anwendungen, bei denen nahezu keine Dehnung akzeptabel ist (z. B. in bestimmten Hebesystemen oder der Präzisionstakelung), ist HMPE die bessere Wahl.
  • Progressives Faserversagen: Wie in den Testergebnissen beschrieben, liefert dieses Seil beim Annähern an die Bruchlast kein einzelnes, klar hörbares Warnsignal. Hörbare Klickgeräusche sind kein zuverlässiger Indikator dafür, dass die maximale Kraft erreicht wurde.

Alternativen

Je nach Anwendung gibt es Alternativen, die besser geeignet sein können:

  • Nylon geflochten (Polyamid) (10 mm, pro Meter, weiß) – höhere Dehnung (20–35 % bei Bruch), hervorragende Stoßdämpfung. Geeignet für Ankerketten und Schleppseile. Hinweis: Nylon verliert im nassen Zustand 10–15 % seiner Bruchlast.
  • Prorope HMPE-Seil (10 mm, Preis pro Meter, blau) – deutlich höhere Bruchlast, weniger als 4 % Bruchdehnung, kein Festigkeitsverlust im nassen Zustand. Geeignet, wenn minimale Dehnung und maximale Zugfestigkeit gefordert sind.

Fazit

Die Schottleine 10 mm Spinn-Polyester eignet sich am besten für Freizeitsegelei und Takelanwendungen, bei denen UV-Beständigkeit, Nassfestigkeit und angenehmes Handling wichtiger sind als absolute Bruchlast.

Mit einer durchschnittlichen Bruchlast von 12,12 kN (1.236 kg) über 5 Zugversuche liefert das Seil eine gleichmäßige und vorhersehbare Leistung – dort jedoch, wo höhere Zugkräfte erforderlich sind, sind HMPE- oder Composite-Alternativen besser geeignet.

Das progressive Versagensverhalten – mit hörbaren Klickgeräuschen weit vor dem endgültigen Bruch – ist ein charakteristisches Merkmal von Spinn-Polyester, das in der Praxis nicht als Bruchsignal missverstanden werden sollte.

Dieses Seil hier ansehen

Dieser Test wurde von Otto Tromm durchgeführt, der nun genau weiß, wie ein Seil kurz vor dem Versagen klingt – und dass es, ähnlich wie ein guter Bassist, erst aufhört, wenn die letzte Saite reißt.

Die Testdaten wurden von Prorope erfasst. Dieser Text wurde auf Grundlage dieser Daten mithilfe von KI erstellt und auf sachliche Richtigkeit überprüft. Lesen Sie, wie wir testen und veröffentlichen →